Afghanistan: UN und Organisationen können ohne Frauen nicht helfen

Afghanistan: UN und Organisationen können ohne Frauen nicht helfen

Die Vereinten Nationen und große Hilfsorganisationen sehen ihre Arbeit in Afghanistan ohne weibliche Beschäftigte gefährdet. "Wir werden alles tun, um unsere lebensrettende und zeitkritische Arbeit fortzusetzen, erklärten zahlreiche UN- und Nichtregierungsorganisationen am Mittwoch (Ortszeit) in New York. "Aber es ist absehbar, dass viele Aktivitäten ausgesetzt werden müssen, da wir keine prinzipielle humanitäre Hilfe ohne Mitarbeiterinnen leisten können." Ihre Beteiligung an der Hilfe sei nicht verhandelbar und müsse weitergehen.

Die radikalislamischen Taliban, die im Land seit August 2021 herrschen, hatten vergangene Woche ein Beschäftigungsverbot für Frauen bei Hilfsorganisationen erlassen. Zur Begründung hieß es, die Frauen hielten die Vorschriften zum Tragen eines Kopftuchs nicht ein.

"Die Entscheidung der De-facto-Behörden, Frauen die Arbeit für nicht staatliche Hilfsorganisationen zu verbieten, ist ein herber Schlag für bedrohte Gemeinschaften, für Frauen, für Kinder und für das gesamte Land", heißt es in der Erklärung der UN-Hilfswerke und Organisationen wie Islamic Relief, "Save the Children", Care und Mercy Corps. Das Verbot treffe das Land zu einem Zeitpunkt, zu dem mehr als 28 Millionen Menschen Hilfe bräuchten, um in einer Ernährungskrise, wirtschaftlichem Niedergang, ausgeprägter Armut und einem brutalen Winter zu überleben.

"Weibliche Beschäftigte sind entscheidend für die humanitäre Arbeit in Afghanistan", heißt es in der Erklärung. "Sie haben Zugang zu Bevölkerungsgruppen, die ihre männlichen Kollegen nicht erreichen können, und sind maßgeblich für den Schutz von Gemeinschaften. Sie retten Leben." Sie seien Lehrerinnen, Ernährungsexpertinnen, Teamleiterinnen, Direktorinnen von Organisationen und arbeiteten in der Gesundheitsversorgung und bei Impfkampagnen in den Gemeinden, unter anderem als Pflegerinnen und Ärztinnen. Ihre Expertise sei unverzichtbar.

Unter den an der Erklärung beteiligten UN-Organisationen sind die WHO, Unicef, das Büro für humanitäre Hilfe Ocha, die Ernährungsorganisation FAO und das Flüchtlingshilfswerks UNHCR.