Überschuldung auf historischem Tiefststand

Überschuldung auf historischem Tiefststand

Die Zahl überschuldeter Privatpersonen ist einer Studie zufolge in diesem Jahr weiter zurückgegangen. Sie verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 274.000 Fälle beziehungsweise 4,4 Prozent auf 5,88 Millionen, wie aus dem am Dienstag in einer Onlinepressekonferenz vorgestellten "SchuldnerAtlas Deutschland 2022" der in Neuss ansässigen Creditreform Wirtschaftsforschung hervorgeht. Die Überschuldungsquote, also der Anteil überschuldeter Personen an allen Erwachsenen in Deutschland, sank um 0,38 Punkte auf 8,48 Prozent.

Creditreform spricht von einem neuen, historischen Tiefstand bei den Überschuldungsfällen in Deutschland. Demnach gelten nur noch 2,94 Millionen Haushalte als überschuldet und "nachhaltig zahlungsgestört". Überschuldung liegt dann vor, wenn die zu leistenden Gesamtausgaben über einen längeren Zeitraum höher als die Einnahmen sind und zur Deckung des Lebensunterhaltes weder Vermögen noch Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Der Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform, Patrik-Ludwig Hantzsch, warnte jedoch vor zuviel Euphorie: "Die guten Zahlen sind leider trügerisch." Seit Corona reduzierten sich die Überschuldungsfälle in drastischem Tempo. Durch die anhaltende Krisenlage würden die meisten Menschen weniger Geld ausgeben. Zudem schützten staatliche Hilfsprogramme viele Verbraucher: "Der Rückgang überschuldeter Personen verlangsamt sich jedoch bereits." Die wahren Belastungen seien die anhaltend hohe Inflation und die steigenden Energiekosten. Diese seien noch längst nicht vollständig beim Verbraucher angekommen.