Bischof Bätzing würdigt Erzbischof Ludwig Schick

Bischof Bätzing würdigt Erzbischof Ludwig Schick
Papst Franziskus hat an Allerheiligen der Bitte des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick entsprochen, ihn von seinem Amt zu entpflichten. Wegbegleiter Georg Bätzing würdigt Schicks langjähriges Wirken.

Bamberg, Bonn (epd). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat das vielfältige und langjährige Wirken von Erzbischof Ludwig Schick in Bamberg gewürdigt. Dessen Bitte, ihn von seinem Amt zu entpflichten, hatte Papst Franziskus an Allerheiligen zugestimmt. Seinen Rücktritt habe Schick in einer mehr als turbulenten Zeit eingereicht, erklärte Bätzing am Dienstag: „Fast ein Vierteljahrhundert warst Du Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz und hast Dich engagiert eingebracht, Debatten wesentlich mitgeprägt und warst unsere sichere Instanz in allen Fragen des kirchlichen Rechts.“

Mit Sachverstand und hintergründigem Humor, Präzision und der mutigen Nachfrage, mit Ideen und Perspektiven habe Erzbischof Schick die Bischofskonferenz bereichert, so Bätzing. Ausdrücklich dankte er dem scheidenden Erzbischof von Bamberg, dass er den Synodalen Weg mitgegangen sei und sich viele Aspekte zu eigen gemacht habe. In den 15 Jahren, in denen Schick Vorsitzender der Kommission Weltkirche war, sei er „dahin gegangen, wo sonst niemand hinreist: in Krisengebiete der Welt, an Orte, wo das Elend zum Greifen nahe ist. In entlegensten Gegenden, wo kaum ein Besucher hinkommt, warst Du zu Hause.“ Wie kein anderer habe Schick weltweite Brücken gebaut und Solidarität gelebt.

Schick schreibt in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Menschen im Erzbistum Bamberg, „Vernunft und Verantwortung“ hätten ihn bereits im ersten Quartal des Jahres zu der Überzeugung kommen lassen, die bevorstehenden wichtigen Entscheidungen und Weichenstellungen im Erzbistum einem jüngeren Nachfolger zu überlassen. In einer Privataudienz im April habe der 73-Jährige deshalb dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Seine Aufgaben im Erzbistum habe er in seiner 20-jährigen Amtszeit erfüllt und abgeschlossen, schreibt Schick weiter.

In seinem Brief weist Schick auf bevorstehende Personalentscheidungen im Erzbistum Bamberg und auf die Umsetzung der Reformbeschlüsse des Synodalen Wegs und des weltweiten synodalen Prozesses hin, die die zwei Jahre bis zu seinem 75. Geburtstag weit überschritten. Mit Erreichen dieser Altersgrenze müssen Bischöfe dem Papst gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten.

Papst Franziskus habe ihn zunächst gebeten, weiter im Amt zu bleiben. „Nach nochmaligem Vortragen meiner Gründe hat er meiner Bitte Ende September dann entsprochen“, so Schick. Der Amtsverzicht sei damit am 1. November 2022 wirksam geworden. „Dankbar und zuversichtlich scheide ich aus dem Amt. Ich danke allen, die mit mir zusammengearbeitet haben“, so Schick.

Ludwig Schick wurde am 22. September 1949 in Marburg geboren und 1975 in Fulda zum Priester geweiht. Ab 1985 war er Inhaber des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät in Fulda, bis er 2002 zum Erzbischof von Bamberg ernannt wurde. Von 2006 bis 2021 war er Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. In seine Amtszeit in Bamberg fielen das 1.000. Bistumsjubiläum 2007 und das 1.000. Domjubiläum 2012. In den letzten Monaten als Erzbischof musste Schick sich verstärkt mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen befassen.

Seinen Ruhestand möchte Schick laut Erzbistum Bamberg am Bamberger Domberg verbringen. Seine für die nächsten Monate zugesagten Aufgaben wolle er auch als „Emeritus“ erfüllen. Das Domkapitel werde baldmöglichst einen Administrator wählen, der bis zur Ernennung eines Nachfolgers durch den Papst das Erzbistum leitet, teilte dieses mit.