Handwerkspräsident: Bürgergeld setzt falsche Anreize

Handwerkspräsident: Bürgergeld setzt falsche Anreize

Das Bürgergeld-Konzept der Bundesregierung setzt nach Ansicht von Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer falsche Anreize für Geringverdiener. "Langzeitarbeitslose brauchen Unterstützung, um wieder in Arbeit zu kommen", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag). Das Bürgergeld-Konzept demotiviere dagegen diejenigen, die mit einem geringen Gehalt regulär arbeiten. "Am unteren Ende verschwimmen immer mehr die Grenzen zwischen regulärer Arbeit und dem Bürgergeld", kritisierte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Die Verbesserungen für die Bezieher beim Schonvermögen, der Wegfall von Sanktionen, die deutliche Anhebung des Regelsatzes, die komplette Übernahme der stark gestiegenen Heizkosten, all das werde dazu führen, dass sich für mehr Menschen als bisher das Nichtarbeiten mehr lohnt als das Arbeiten, sagte Wollseifer. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will mit dem Bürgergeld zum 1. Januar Hartz IV ablösen und eine höhere Grundsicherung durchsetzen. Der Gesetzentwurf befindet sich aktuell in der Ressortabstimmung und soll am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Das Bürgergeld soll rund 500 Euro pro Monat betragen, für einen alleinstehenden derzeitigen Hartz-IV-Empfänger wären dies rund 50 Euro mehr.