Krankenhäuser starten Kampagne "Alarmstufe Rot"

Krankenhäuser starten Kampagne "Alarmstufe Rot"

Berlin (epd). Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat am Montag eine bundesweite Kampagne unter dem Namen „Alarmstufe Rot“ gestartet, mit der sie auf die Gefahren von Klinikschließungen aufmerksam macht. Mit einem Infomobil begleitet von Veranstaltungen werbe man für einen Inflationsausgleich für die Kliniken, um Insolvenzen zu verhindern, heißt es in einer in Berlin veröffentlichten Mitteilung. „Es ist völlig inakzeptabel, dass die Politik einfach hinnimmt, dass bereits in diesem Jahr 60 Prozent der Krankenhäuser rote Zahlen schreiben und sich die Lage im kommenden Jahr noch weiter zuspitzen wird“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß.

Nach den Belastungen der Pandemie träfen die Krankenhäuser nun die Inflation und insbesondere die extrem gestiegenen Energiepreise. Diese hohen Kosten könnten die Kliniken nicht weitergeben. Vorgesehen sei für das laufende Jahr nur eine Steigerung der Einnahmen für die Kliniken von 2,32 Prozent. Die Inflation liegt aber laut DKG schon bei knapp acht Prozent und wird auf zehn Prozent steigen.

„Nach einer aktuellen Umfrage sehen knapp 40 Prozent der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Situation so gefährdet, dass Insolvenzen drohen“, sagte Gaß. Eine solide Finanzplanung sei derzeit unmöglich, und an vielen Orten drohe die Schließung von Krankenhäusern.

Ohne einen staatlich finanzierten Inflationsausgleich zur Stabilisierung der Krankenhäuser sei ein massiver Personalabbau mit negativen Folgen für die Patientenversorgung zu befürchten. „Wir brauchen kurzfristige finanzielle Hilfe, und langfristig vernünftige Struktur- und Finanzierungsreformen“, forderte Gaß.