EKD unterstützt neue Seenotrettungsmission

Schiff "Humanity 1"

© Camilla Kranzusch/SOS Humanity

Seenot-Rettungsschiff mit neuem Namen: Am Freitagvormittag, 19. August 2022, wurde die "Humanity 1" im spanischen Vinaròs getauft.

"Sea-Watch 4" wird "Humanity 1"
EKD unterstützt neue Seenotrettungsmission
Die Seenotrettungsorganisation SOS Humanity geht mit einem eigenen Schiff in den Einsatz. Am Freitagvormittag wurde die "Humanity 1" im spanischen Vinaròs auf ihren Namen getauft, wie die Organisation mitteilte. Noch im August solle das Schiff in den ersten Rettungseinsatz im zentralen Mittelmeer starten.

Bei dem Schiff handelt es sich um die ehemalige "Sea-Watch 4", die von der gleichnamigen Organisation an SOS Humanity übergeben wurde. Die SOS-Humanity-Vorstandsvorsitzende Laura Gorriahn kritisierte, die EU lasse Flüchtlinge auf dem Mittelmeer ertrinken. "Wir handeln menschlich und retten sie aus Seenot", betonte sie. In einer anlässlich der Taufe veröffentlichten Petition fordert die Organisation die Bundesregierung dazu auf, eine europäische Seenotrettungsmission anzustoßen.

Die "Humanity 1" war vor gut eineinhalb Jahren auf Initiative des Bündnisses United4Rescue erworben worden, das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) maßgeblich unterstützt wird. Bis zur Übergabe wurde es von der Organisation Sea-Watch betrieben.

Die stellvertretende Vorsitzende von United4Rescue, Liza Pflaum, sagte, die Taufe sei "ein weiterer Meilenstein in der Geschichte unseres ersten Bündnisschiffes". Hinter dem Schiff stünden Tausende Menschen und 800 Organisationen. Taufpatin war die Journalistin und Moderatorin Hadnet Tesfai. Als Person mit Fluchtgeschichte sei sie sehr bewegt vom Schicksal der Menschen, die über das Mittelmeer ihren Weg nach Europa suchen, sagte sie.

SOS Humanity wurde als Organisation zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer gegründet und war bis 2021 im internationalen Verbund von SOS Méditerranée aktiv, der aktuell die "Ocean Viking" betreibt. Im Januar löste sich SOS Humanity von dem Verbund mit dem Ziel, der humanitären Krise im Mittelmeer noch stärker entgegenzutreten, und war auf der Suche nach einem eigenen Schiff.

Mit mehr als 1.100 Toten zählt das Mittelmeer zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Lediglich die Schiffe mehrerer Hilfsorganisationen halten Ausschau nach in Seenot geratenen Flüchtlingen. Eine staatliche getragene Mission gibt es nicht.

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