Verband fordert Aufnahme queerer Menschen aus Afghanistan

Verband fordert Aufnahme queerer Menschen aus Afghanistan

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) dringt auf die Rettung queerer Menschen aus Afghanistan. Seit der Machtübernahme der Taliban vor einem Jahr seien Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Personen (LSBTI) in akuter Lebensgefahr, erklärte der Verband am Montag in Berlin. Verhaftungen, Folter und Mord seien an der Tagesordnung. Die Bundesregierung müsse unmittelbar bedrohten Afghaninnen und Afghanen eine Aufnahmezusage erteilen.

Die Berichte aus Afghanistan würden immer schlimmer, sagte LSVD-Bundesvorstandsmitglied Patrick Dörr. Partnerorganisationen berichteten von speziellen Einrichtungen, in denen LSBTI eingesperrt, gefoltert und vermutlich ermordet würden. Seit dem Abzug der Bundeswehr und der anderen westlichen Staaten habe sich die Situation für queere Menschen "massiv zugespitzt", sagte Dörr. Deutschland habe eine moralische Verantwortung, gefährdete Personen aufzunehmen.

Die radikalislamischen Taliban hatten vor einem Jahr nach dem überstürzten Abzug der internationalen Truppen die Macht in Afghanistan übernommen. Die Bundesregierung hatte Tausenden ehemaligen Helfern der Bundeswehr sowie gefährdeten Menschen wie Frauenrechtlerinnen und anderen Aktivisten eine Aufnahmezusage erteilt. Doch viele Menschen harren noch in Afghanistan oder einem der Nachbarländer aus. Dörr sagte, dass laut Informationen seines Verbandes bisher lediglich 80 wegen ihrer sexuellen Identität verfolgte Personen gerettet worden seien.