Gesamtmetall-Präsident hält Rente mit 70 für unausweichlich

Gesamtmetall-Präsident hält Rente mit 70 für unausweichlich
Rente erst mit 70: Aus Sicht des Gesamtmetall-Präsidenten Wolf führt kein Weg daran vorbei. Der Sozialverband VdK widerspricht und hat eigene Vorschläge zur Stärkung der Reserven.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, hält ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren und höhere Wochenarbeitszeiten für unausweichlich. "Stufenweise werden wir auf das Renteneintrittsalter von 70 Jahren hochgehen müssen - auch weil das Lebensalter immer weiter steigt. Ansonsten wird das System mittelfristig nicht mehr finanzierbar sein", warnte Wolf.

"Wir werden länger und mehr arbeiten müssen", sagte der Arbeitgebervertreter den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Schaue man sich die demografische Entwicklung und die Belastungen der Sozial- und Rentenkassen an, "dann sind die Reserven aufgebraucht".

Der Sozialverband VdK kritisierte Wolfs Vorstoß als lebensfern. "Schon heute arbeitet nur eine Minderheit der 65-Jährigen in Vollzeit", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele in Berlin. Vor allem für jene, die in körperlich oder psychisch anstrengenden Berufen arbeiteten, bedeute Wolfs Vorschlag eine Rentenkürzung, denn sie schafften es schon heute kaum, bis zur Regelarbeitsgrenze zu arbeiten.

Bentele schlug stattdessen vor, die Reserven der Rentenkassen zu stärken, indem alle in sie einzahlten - neben Angestellten auch Beamte, Selbstständige und Politiker. Neben mehr Beitragszahlern führe auch ein höherer Mindestlohn zu mehr Einnahmen des gesetzlichen Rentensystems.

Derzeit steigt das Renteneintrittsalter stufenweise, ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Die Ampel-Koalition hat vereinbart, dass es darüber hinaus keine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben soll.