Kultusminister fordern weitere 500 Millionen Euro für Aufholprogramm

Kultusminister fordern weitere 500 Millionen Euro für Aufholprogramm

Berlin (epd). Die Kultusminister der Länder haben die Bundesregierung aufgefordert, weitere 500 Millionen Euro für das Förderprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ bereitzustellen. Die Schulschließungen der vergangenen Jahre hätten zu gravierenden Auswirkungen auf die psychische wie physische Gesundheit und den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen geführt, beklagte die Kultusministerkonferenz am Freitag in Berlin. Bund und Länder müssten gemeinsam zügig an Maßnahmen zur Überwindung von Lernrückständen arbeiten. Das bisherige Programm läuft Ende des nächsten Schuljahres aus.

Erneute flächendeckende Schulschließungen müssen nach dem Willen der Kultusminister ausgeschlossen bleiben. Sollte sich das Pandemiegeschehen erneut verstärken, werde „mit Augenmaß“ über mögliche Schutzmaßnahmen entschieden, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU).

Seit Kriegsbeginn wurden den Angaben zufolge knapp 140.000 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in deutschen Schulen angemeldet. Weitere 100.000 Kinder aus Flüchtlingsfamilien seien noch nicht im Schulsystem angekommen, erklärte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Vor dem Hintergrund des durch die Folgen des Ukraine-Kriegs weiter verschärften Lehrkräftemangels dringt die Kultusministerkonferenz auf innovative Lösungen. „Wir dürfen in der Debatte keine Tabus mehr haben“, sagte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Prien. Dabei müsse die Entwicklung in den kommenden 20 Jahren in den Blick genommen werden.