Folgen des Klimawandels kosten Milliarden

Olaf Lies (SPD), Umweltminister Niedersachsen spricht auf Pressekonferenz

© Julian Stratenschulte/dpa

Laut Umweltminister Olaf Lies werde die Bewältigung der von Menschen verursachten Klimaprobleme über Jahrzehnte viele Milliarden Euro kosten.

Maßnahmen im Einklang mit Natur
Folgen des Klimawandels kosten Milliarden
Niedersachsen stemmt sich gegen die Folgen des Klimawandels mit zahlreichen Klimaschutz-Projekten. Laut Umweltminister Olaf Lies wird der Kampf gegen die von Menschen verursachten Probleme über Jahrzehnte gehen und viele Milliarden Euro kosten.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat mehr Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel gefordert. Die Bewältigung der von Menschen verursachten Klimaprobleme werde über Jahrzehnte viele Milliarden Euro verschlingen, sagte Lies am Mittwoch in Norden bei Aurich bei der Vorstellung des Jahresberichts des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der Klimawandel bestimme zunehmend den Handlungsbedarf im Umgang mit stärkeren Hochwassern, bei den Grundwasservorkommen sowie in Bereichen des Naturschutzes. Die Zeit dränge: "Wir müssen schneller werden, um die Klimaschutzziele zu erreichen."

In Niedersachsen sei das intelligente Wassermanagement von zentraler Bedeutung für den Umgang mit den Folgen der Klimaveränderungen, erläuterte der Minister. Mal müsse Wasser etwa nach extremen Regenfällen schnellstmöglich abgeleitet werden, mal müsse das Wasser zurückgehalten werden, um den sinkenden Grundwasserspiegel wieder aufzubauen.
Aktuell sei der Landesbetrieb mit drei langfristigen Themenkomplexen befasst.

Zum einen gehe es um die notwendige Erhöhung der niedersächsischen Elbdeiche oberhalb von Hamburg um anderthalb Meter. Dort werde künftig eine stärkere Belastung der Deiche durch Sturmfluten erwartet. Eine Aufschüttung der Deiche führe zwangsläufig dazu, dass sie breiter würden, erläuterte Lies. Das bedeute Probleme mit dem Biotopen- und Artenschutz, aber auch einen Verlust an landwirtschaftlicher Fläche, die kompensiert werden müsse. Klar sei auch, dass der Kampf gegen den vom Menschen verursachten Klimawandel nicht allein mit technischen Mitteln geführt werden könne, "sondern nur im Einklang mit der Natur".

Probleme zeichnen sich beim Grundwasser ab. Zwar könne noch nicht genau gesagt werden, wie sich Trockenperioden wie in den Jahren 2018 und 2020 auf den Grundwasserspiegel auswirkten, führte die Grundwasser-Expertin Stefanie Gudat aus. Deutlich erkennbar sei jedoch ein Ost-West-Gefälle: Während sich der Grundwasserspiegel im Nordwesten und Westen Niedersachsens derzeit auf einem durchschnittlichen Niveau halte, sei im Osten des Landes der Spiegel schon vor dem Sommer auf einem sehr niedrigen Stand. Der NLWKN habe 160 Messstellen ausgebaut, um die Bewegung des Grundwassers zu beobachten.

Weiter arbeite der Landesbetrieb an der Wiedervernässung der Moore. Sie seien ein riesiger Speicher für das Klimagas CO2. Dieses entweiche in die Atmosphäre, wenn die Moore trocken fielen, sagte der Experte Berthold Paterak. In Niedersachsen lägen rund 38 Prozent aller Moorflächen in ganz Deutschland. Umweltminister Lies zufolge können durch die Wiedervernässung große Mengen der Treibhausgase gebunden werden. In der "Hannoverschen Moorgeest" etwa sei dies bereits gelungen. Das Projekt habe auch die Komplexität des Vorhabens aufgezeigt. Die Moorflächen seien in der Regel in der Hand von Landwirten. Weil Moore nur großflächig vernässt werden könnten, müssten die einzelnen Grundstücke von den vielen unterschiedlichen Eigentümern erst erworben werden.

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