Misereor: Ukraine-Krieg verschärft Ernährungskrisen weiter

Misereor: Ukraine-Krieg verschärft Ernährungskrisen weiter

Der Ukraine-Krieg hat nach Angaben des kirchlichen Hilfswerks Misereor Ernährungskrisen in Afrika, Asien und Lateinamerika weiter verschärft. Partnerorganisationen in betroffenen Ländern berichteten, dass sich wegen der gestiegenen Preise etwa für Getreide oder Pflanzenöle viele Menschen keine Nahrungsmittel mehr leisten könnten, erklärte Markus Wolter, Misereor-Experte für Welternährung, am Freitag in Aachen. "Dramatisch ist die Situation vor allem in Burkina Faso, Südsudan, Kenia, Haiti und Guatemala." Aber auch in weiteren Ländern gebe es eine sehr angespannte Lage für weite Teile der Bevölkerung.

Das Hilfswerk appellierte an die Bundesregierung, sich auf internationaler Ebene für eine Aufstockung der Mittel für die Nothilfe für die besonders betroffenen Länder einzusetzen. Wolter kritisierte zudem die Nutzung von Lebensmitteln als Tierfutter oder für Biosprit: "Dass viele Millionen Tonnen essbares Getreide in Tank und Trog landen, ist in der aktuellen Lage nicht hinnehmbar." Misereor kündigte eine gemeinsame Petition mit Greenpeace an, mit der Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) zum schnellen Ausstieg aus Biosprit aufgefordert werden.