Bericht: Immer mehr Rentnerinnen und Rentner gehen arbeiten

Bericht: Immer mehr Rentnerinnen und Rentner gehen arbeiten
Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 67 Jahren hat deutlich zugenommen. Ein Großteil davon hat einen Minijob. Die Renten seien eindeutig zu niedrig, schlussfolgert die Linke im Bundestag.

In Deutschland gehen immer mehr Menschen im Rentenalter arbeiten. Im vergangenen Jahr waren 1,05 Millionen Beschäftigte 67 Jahre oder älter. Davon waren 217.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und 835.000 hatten einen Minijob. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Die entsprechenden Zahlen sind demnach in den vergangenen Jahren stark gestiegen, wie aus den Angaben des Arbeitsministeriums hervorgeht, über die das "Redaktions Netzwerk Deutschland" (Samstag) zunächst berichtete. Im Jahr 2010 waren es noch rund 685.000 Beschäftigte, die mindestens 67 Jahre alt waren. 2015 waren es knapp 792.000 und 2018 gut 968.000.

"Das ist eine traurige Entwicklung", erklärte der Linken-Abgeordnete Sören Pellmann. "Die Zahlen sind auch die Konsequenz eines Rentensystems, das den Lebensstandard der Bürger kaum noch sichert", kritisierte er. "Wenn immer mehr Rentner arbeiten müssen, dann sind die Renten eindeutig zu niedrig." Trotz der Rentenerhöhung im Sommer werde dieses Problem aufgrund der stark steigenden Preise immer größer.

In den westdeutschen Bundesländern stieg die Zahl der berufstätigen Rentnerinnen und Rentnern von knapp 600.000 im Jahr 2010 auf 890.000 im vergangenen Jahr. In Ostdeutschland arbeiteten 2010 etwa 90.500 Menschen, die mindestens 67 Jahre alt waren, 2021 waren es 162.000. Während 2010 etwa 87,7 Prozent der Beschäftigten über 67 Jahren einen Minijob hatten, waren es im vergangenen Jahr rund 79,4 Prozent.