Mexiko verstärkt Migrationskontrolle an der Südgrenze

Mexiko verstärkt Migrationskontrolle an der Südgrenze

Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador hat bestätigt, dass die Migration an der Grenze zu Guatemala stärker kontrolliert werden soll. Nach einem Gespräch mit US-Präsident Joe Biden erklärte der Staatschef am Mittwoch (Ortszeit), man arbeite in Koordination mit der US-Regierung daran, die Südgrenze zu sichern. Das sei notwendig, um die Migranten zu beschützen, so der Staatschef. Das klinge zwar paradox, aber die Reise durch Mexiko sei sehr gefährlich.

López Obrador hatte am Dienstag mit Biden gesprochen. Die US-Regierung will noch diesen Monat die Regelung "Title 42" aufheben. Diese Maßnahme sieht vor, dass Asylsuchende nach Mexiko zurückgeschickt werden, nachdem sie ihren Antrag gestellt haben, und dort auf die Entscheidung warten müssen. Die US-Regierung befürchtet, dass mit der Aufhebung des "Title 42" die Migration weiter zunimmt.

López Obrador forderte die US-Regierung auf, ein Entwicklungsprogramm für Mittelamerika zu unterstützen, damit die Menschen nicht gezwungen seien, zu migrieren. "Wie ist es möglich, dass das Kapitol innerhalb weniger Tage beschließt, 30 Milliarden US-Dollar zur Verteidigung in die Ukraine zu schicken, und es seit vier Jahren nicht schafft, vier Milliarden für Zentralamerika bereitzustellen", fragte er mit Blick auf ein Programm, das er Washington seit langem vorschlägt, um in Honduras, El Salvador und Guatemala Arbeitsplätze zu schaffen.

Jährlich ziehen Hunderttausende Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten durch Mexiko, um in die USA zu gelangen. Viele von ihnen stammen aus Mittelamerika, aber auch Menschen aus Kuba, Venezuela sowie afrikanischen Staaten versuchen so, in die USA einzureisen. Angaben der mexikanischen Migrationsbehörde zufolge wurden zwischen dem 1. Januar und dem 13. April dieses Jahres 115.379 Menschen beim Grenzübertritt oder auf der Durchreise festgenommen.