Mehr als 100.000 Menschen bei Friedensdemos

Mehr als 100.000 Menschen bei Friedensdemos

© Hannes Albert/dpa/Hannes Albert

Demonstranten halten Schilder mit Aufschriften wie "Stand with Ukraine - Stop Putin!" auf einer Protestaktion der Bürgerbewegung "Pulse of Europe" an der Hauptwache in Frankfurt hoch. Hunderttausend Menschen haben am Sonntag in Deutschland erneut gegen den russischen Angriff auf die Ukraine demonstriert.

Gegen den Krieg in der Ukraine
Mehr als 100.000 Menschen bei Friedensdemos
Über 100.000 Menschen sind in fünf deutschen Städten für Frieden in der Ukraine auf die Straße gegangen. Sie forderten den sofortigen Stopp des russischen Angriffs und Friedensverhandlungen. Auch gegen Aufrüstung und für Klimaschutz gab es Appelle.

Etwa 125.000 Menschen haben am Sonntag in fünf deutschen Städten gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert. Unter dem Motto "Stoppt den Krieg" gingen laut den Veranstaltern in Berlin 60.00 Menschen auf die Straße. In Stuttgart seien es 35.000 Teilnehmende gewesen, in Frankfurt 12.000, in Hamburg 10.000 und in Leipzig 8.000, teilten die Organisatoren mit. Zu den Demonstrationen hatte ein Bündnis von mehr als 50 Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen sowie Gewerkschaften und Kirchen aufgerufen.

Die Teilnehmenden forderten ein Ende des russischen Angriffs auf die Ukraine. Ziel müssten Friedensverhandlungen sein, die in einem atomwaffenfreien Europa, gemeinsamer Sicherheit, in Frieden und Abrüstung unter Einschluss von Ukraine und Russland mündeten, hieß es in einem gemeinsamen Aufruf der Initiativen. Kritisch äußerten sie sich auch zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben.

Menschen singen gemeinsam für Frieden

In Berlin zogen die Menschen den Veranstaltern zufolge vom Alexanderplatz zum Großen Stern. In Leipzig hätten sich zeitgleich die 8.000 Demonstranten und Demonstrantinnen auf dem zentralen Augustusplatz versammelt.
In Stuttgart sangen die Menschen im Oberen Schlossgarten gemeinsam das Lied "Imagine" von John Lennon. Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND in Baden-Württemberg, wies darauf hin, dass der Import großer Mengen an fossiler und nuklearer Energie auch weltweite Umwelt-Zerstörung, Ausbeutung, Terror und Krieg finanziere.

In Frankfurt am Main zollte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Menschen in der Ukraine und Demonstranten in Russland Respekt. Auf den Opernplatz kamen viele junge Menschen und Familien. Sie trugen Fahnen der Ukraine, der Europäischen Union und Banner mit dem "Peace"-Zeichen.
In Hamburg wurde die Kundgebung auf dem Jungfernstieg mit der ukrainischen Nationalhymne und einer Schweigeminute eröffnet. Hamburgs Diakonie-Pastor Dirk Ahrens sagte, "Flüchtlinge aufzunehmen ist jetzt unsere erste Aufgabe". Die Demonstration zeige, "die Gesellschaft ist nicht gespalten, sie ist bemerkenswert einig."

An dem Bündnis, das zu den fünf Demonstrationen aufgerufen hatte, beteiligten sich unter anderem die evangelische und katholische Kirche, der BUND, Greenpeace, das Bündnis Seebrücke, das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt", Attac, Pro Asyl, Fridays for Future, Pax Christi, der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB sowie Ärztinnen und Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW).

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