Uganda: Autor Rukirabashaija braucht nach Haft medizinische Hilfe

Uganda: Autor Rukirabashaija braucht nach Haft medizinische Hilfe

Der ugandische Autor und Regierungskritiker Kakwenza Rukirabashaija ist nach seiner Verschleppung durch das Militär wieder auf freiem Fuß. Man müsse aber dennoch weiter um seine Sicherheit bangen, sagte der Vizepräsident des PEN-Zentrums Deutschland, Ralf Nestmeyer, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zudem leide er noch unter den Folgen der Folter während seiner Inhaftierung.

Der 33-jährige Rukirabashaija war Ende Dezember wegen Kommentaren auf Twitter festgenommen und am Dienstag auf Kaution freigelassen worden. Direkt nach seiner Freilassung verschleppte ihn laut seinem Anwalt Kiiza Eron das Militär. Den Behörden zufolge beleidigte der Schriftsteller in seinen Posts den ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni und dessen Sohn Muhoozi Kainerugaba, den Generalmajor der Armee. Rukirabashaijas Festnahme und die anschließende Verschleppung hatten international heftige Kritik ausgelöst.

Nesmeyer zufolge ist Rukirabashaijas Gesundheitszustand nach den Misshandlungen im Gefängnis schlecht. "Er bräuchte dringend medizinische Versorgung, und es ist die Frage, ob er sie in Uganda erhalten kann", betonte der Publizist, der beim deutschen Zweig des Schriftstellerverbands für inhaftierte Autorinnen und Autoren zuständig ist. "Wir versuchen, ihn zu unterstützen.

Rukirabashaija wurde in der Vergangenheit mehrfach bedroht und festgenommen. In seinem jüngsten Werk "Banana Republic" verarbeitet er die Folter, die er während seiner Inhaftierung im Jahr 2020 erlitt. Bekannt wurde er mit dem satirischen Roman "The Greedy Barbarian" (2020) über Korruption in einem fiktiven Land. Im vergangenen Jahr zeichnete ihn die internationale Schriftstellervereinigung PEN aus, der PEN Deutschland ernannte ihn vergangene Woche zum Ehrenmitglied.

Präsident Museveni regiert Uganda seit der Unabhängigkeit 1986. Ihm wird ein brutales Vorgehen gegen die Opposition vorgeworfen. Sein Sohn soll ihm nach dem Willen Musevenis nachfolgen.