Hasselfeldt: Herausforderungen bei Impfpflicht im Gesundheitswesen

Hasselfeldt: Herausforderungen bei Impfpflicht im Gesundheitswesen

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, warnt vor Herausforderungen bei der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. "Es ist im Einzelfall nicht auszuschließen, dass die Impfpflicht den Fachkräftemangel in den Gesundheitseinrichtungen verstärkt", schreibt Hasselfeldt in einem Gastbeitrag für die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Freitag). "Deswegen sollte man diese Gefahr ernst nehmen." Gleichwohl rechne sie nicht mit einer großen Kündigungswelle.

Die DRK-Präsidentin sprach sich abermals auch für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht aus. "Besonders die immer noch bestehenden Impflücken bereiten uns in dieser Phase der Pandemie große Sorge", so Hasselfeldt. Daher sei sie "persönlich dafür, der allgemeinen Impfpflicht näherzutreten", um den Schutz gegen das Coronavirus zu verstärken.

Die Entscheidung über eine allgemeine Impfpflicht liegt beim Bundestag. Dort soll Ende Januar eine Orientierungsdebatte stattfinden. Im vergangenen Jahr hatte der Bundestag bereits eine Impfpflicht für das Personal von Einrichtungen beschlossen, in denen besonders durch Covid-19 gefährdete Menschen versorgt, behandelt oder betreut werden. Diese im Wesentlichen auf das Gesundheitswesen und die Pflege begrenzte Pflicht gilt ab Mitte März.

In den vergangenen Tagen sind die Infektionszahlen in Deutschland deutlich gestiegen. Am Freitag meldete das Robert Koch-Institut für die zurückliegenden 24 Stunden 92.223 Neuinfektionen, die Sieben-Tage-Inzidenz stieg bundesweit auf 470,6 von 427,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 286 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, womit sich die Zahl der Corona-Toten in Deutschland auf 115.337 erhöhte.

Aktuell sind in Deutschland laut Daten des Robert Koch-Instituts 72,3 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mindestens 45,1 Prozent haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten.