Prozess zu Gewalttat im Oberlinhaus wird fortgesetzt

Prozess zu Gewalttat im Oberlinhaus wird fortgesetzt

Am Landgericht Potsdam hat der neunte Verhandlungstag im Mordprozess gegen eine frühere Mitarbeiterin des Oberlinhauses begonnen. Der 52-jährigen Ines R. wird vorgeworfen, in einer Wohneinrichtung des evangelischen Sozialunternehmens Ende April vier schwerstbehinderte Menschen getötet und eine weitere Bewohnerin schwer verletzt zu haben. Der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter kündigte am Donnerstag zu Beginn der Verhandlung an, dass auch eine Verurteilung wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen infrage käme. Zunächst wurde am Donnerstag die Aussage der psychiatrischen Gutachterin erwartet. (AZ: 21 Ks 6/21)

Die Staatsanwaltschaft geht von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit der Angeklagten aus. Die Frau wurde noch in der Tatnacht festgenommen und dann in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das Oberlinhaus kündigte der Frau nach der Gewalttat, die deutschlandweit für Entsetzen sorgte. Der Strafprozess hat am 26. Oktober begonnen. Vorgesehen sind zwei weitere Verhandlungstage am Freitag und am kommenden Mittwoch.

Im Verlauf des Prozesses berichtete die angeklagte langjährige Mitarbeiterin des Oberlinhauses unter anderem über ihre psychischen Beeinträchtigungen und über Personalmangel in der diakonischen Einrichtung. Kollegen machten unterschiedliche Angaben über die seelische Verfassung der Angeklagten. Die Pflegekraft galt im Oberlinhaus als warmherzige und den behinderten Bewohnerinnen und Bewohnern zugewandte Mitarbeiterin. Das Sozialunternehmen hat vor wenigen Wochen den 150. Gründungstag seines Trägervereins begangen.