Letzte Mahnwache vor dem AKW Brokdorf

Letzte Mahnwache vor dem AKW Brokdorf

35 Atomkraftgegner haben sich am Montag zur 425. und letzten Mahnwache vor dem Haupttor des Atomkraftwerks (AKW) Brokdorf versammelt. Seit 1986 forderte jeden Monat eine Gruppe dort den Ausstieg aus der Atomenergie. "Wir haben damals versprochen, dass wir kommen, bis das AKW abgeschaltet wird - jetzt ist es endlich so weit", sagte Mitinitiator und Pastor Hans-Günter Werner. Das AKW Brokdorf soll zum Jahresende vom Netz gehen.

Mit Gesang und Gebet vor dem Tor begannen die Teilnehmer aus Hamburg, Elmshorn, dem Wendland und der Umgebung des Kernkraftwerks die Mahnwache bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. An einem Mahnstein, den die Atomkraftgegner in den 1980er-Jahren aufgestellt hatten, gedachten sie mit einer Schweigeminute verstorbener Mitstreiter.

Die Mahnwachen fanden regelmäßig seit 1986 an jedem 6. eines Monats statt - aus Protest gegen die Atomenergie und für die weltweite Abrüstung. Der 6. wurde gewählt, weil am 6. August 1945 Atombomben auf Hiroshima in Japan abgeworfen worden waren. Mit dem Datum sollte auf den Zusammenhang von Atomstromproduktion und militärischer Atomwaffennutzung hingewiesen werden.