Corona: Bayerns Kultusminister Piazolo gegen frühere Ferien

Corona: Bayerns Kultusminister Piazolo gegen frühere Ferien
02.12.2021
epd
epd-Gespräch: Daniel Staffen-Quandt

München (epd). Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hält nichts von vorgezogenen Weihnachtsferien oder anderen coronabedingten Schulschließungen. Die Schließung von Schulen wäre für die Eindämmung der Pandemie sogar kontraproduktiv, sagte Piazolo am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in München. Infektionen fänden nach wie vor „im hohen Maße“ im privaten Bereich statt, erläuterte der Minister: „Gerade die Schulen tragen mit den konsequenten Testungen zur Eindämmung der Pandemie statt.“

Piazolo betonte die soziale Komponente des Schulbesuchs. Es bestehe überall große Einigkeit darüber, dass der Schulbesuch für Kinder und Jugendliche enorm wichtig sei - nicht nur wegen des Bildungsauftrags, „sondern vor allem auch für den sozialen Halt und die Persönlichkeitsentwicklung“. Die Staatsregierung wolle daher flächendeckenden Präsenzunterricht, erläuterte der Kultusminister. An den bayerischen Schulen gebe es ein „engmaschiges Sicherheitsnetz“ mit zahlreichen Testungen, Impfangeboten, Maskenpflicht, Hygieneregeln und Lüftungskonzepten.

Die überdurchschnittlich hohe Belastung der Schulleitungen in Bayern in der Corona-Pandemie sei ihm bewusst, und er wolle sich ausdrücklich bei den Schuleiterinnen und Schulleitern bedanken, sagte Piazolo: „Ich weiß, was sie leisten.“ Auch dass der Lehrkräftemangel gerade in der Pandemie besonders deutlich sichtbar werde, sei ihm bewusst: Schwangere würden sofort freigestellt, auch Lehrkräfte seien von Quarantäne, Corona-Infektionen oder Erkältungen betroffen. „Insgesamt ist das für die Schulen aktuell keine einfache Situation“, betonte der Minister.