Erneut mehr als 20 Tote bei Angriff auf Vertriebene im Kongo

Erneut mehr als 20 Tote bei Angriff auf Vertriebene im Kongo

Milizen haben erneut viele Menschen in einem Flüchtlingslager im Kongo getötet. Mindestens 22 Vertriebene seien bei dem Angriff auf das Camp in der Provinz Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo umgebracht worden, berichtete das lokale Nachrichtenportal "Actualité" am Sonntagabend. Eine Woche davor waren bei einer ähnlichen Attacke Dutzende Menschen getötet worden.

Angehörige der Rebellen-Koalition Codeco haben dem Bericht zufolge das Lager nahe des Ortes Drodro am Sonntagmorgen angegriffen und das Feuer eröffnet. Bereits davor waren viele Schutzsuchende aus dem Camp geflohen, nachdem am 21. November bei Angriffen auf das Lager und Ortschaften in der Nähe laut Medienberichten über 100 Menschen getötet worden waren. Codeco hatte dabei das Zentrum von Drodro besetzt. Die kongolesische Armee eroberte den Ort erst nach einem Tag wieder zurück.

Die Allianz Codeco ist ein Zusammenschluss mehrere Milizen der Volksgruppe der Lendu, der gegründet wurde, um die Bevölkerung vor Angriffen der Hema zu verteidigen. Die Koalition war bereits am Bürgerkrieg zwischen 1999 und 2003 beteiligt und wird für neue Angriffe in den vergangenen Jahren verantwortlich gemacht.

In den ostkongolesischen Provinzen Ituri, Nordkivu und Südkivu herrscht seit mehr als 20 Jahren ein blutiger Konflikt zwischen verschiedenen Volksgruppen, Regierungstruppen und lokalen Milizen. Wegen der schlechten Sicherheitslage haben laut "Actualité" inzwischen 17 Hilfsorganisationen ihre Arbeit in der betroffenen Region Djugu eingestellt, wo die beiden Angriffe stattfanden. Schätzungen zufolge sind rund 320.000 Menschen dort auf Nothilfe angewiesen.