Söder fordert von Ampel-Koalition "Notpaket für Deutschland"

Söder fordert von Ampel-Koalition "Notpaket für Deutschland"

Vor dem Hintergrund steigender Corona-Infektionen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) von der künftigen Bundesregierung drastische Maßnahmen gegen die vierte Corona-Welle gefordert. Man müsse "das ganze Land leider noch stärker herunterfahren", um das Gesundheitssystem zu schützen, sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Die Warnungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina seien "ein Weckruf", es brauche jetzt "konsequente Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, einen Lockdown für Hotspot-Regionen, Masken in allen Schulen und Fußballspiele ohne Zuschauer".

Am Samstag hatte sich die Leopoldina in einer Stellungnahme für eine Impfpflicht und Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. Ungeimpfte müssten motiviert oder in die Pflicht genommen werden, heißt es in dem Appell. "Nur so können die Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft vor weiteren desaströsen Folgen bewahrt werden."

Söder sagte weiter: Jeder Tag des Wartens und Zögerns sei ein verlorener Tag: "Ganz Deutschland steuert auf eine Notlage zu, die kommende Bundesregierung darf nicht länger tatenlos zuschauen." Noch in dieser Woche müsse - den Forderungen der Leopoldina folgend - eine Bundesnotbremse beschlossen werden. Man benötige einheitliche Regeln.

Niemand könne derzeit abschätzen, wie sich die neue Corona-Variante aus Südafrika auswirken werde. Es brauche demzufolge mehr Impfstoff für die Länder, umfangreiche Entschädigungen für die Wirtschaft wie im vergangenen Jahr und eine Impfpflicht für alle ab Januar: "Das ist ein Notpaket für Deutschland", sagte Söder der "Augsburger Allgemeinen".

Kürzlich wurde in Südafrika eine neue Variante des Coronavirus mit dem Namen Omicron entdeckt. Deutschland erklärte Südafrika, Botsuana, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia und Simbabwe daraufhin als Virusvariantengebiet. Fluggesellschaften dürfen ab 28. November nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Sie müssen zudem nach der Einreise 14 Tage in Quarantäne, auch Geimpfte und Kinder.

Das RKI meldete am Sonntag 44.401 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages bezogen auf 100.000 Einwohner angibt, lag im bundesweiten Schnitt bei 446,7. Die Hospitalisierungsinzidenz beträgt deutschlandweit derzeit 5,97. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit Covid-19 in ein Krankenhaus eingewiesen wurden. Dieser Inzidenzwert ist entscheidend für die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in den jeweiligen Bundesländern.