Greenpeace ruft auf: Abholzungen melden

Greenpeace ruft auf: Abholzungen melden

Hamburg (epd). Die Umweltorganisation Greenpeace ruft dazu auf, Baumfällungen in Naturschutzgebieten zu dokumentieren. Auf der Plattform „waldreport.de“ könnten die Schäden eingetragen und öffentlich gemacht werden, teilte die Organisation am Freitag in Hamburg mit. An diesem Samstag wird es außerdem in mehr als 20 Städten in ganz Deutschland Aktionstage geben, etwa in Rostock, Berlin und München, bei denen Interessierte eine Petition für mehr Waldschutz unterschreiben können.

Waldschutzgebiete oder Wälder ohne Holznutzung werden weder zentral erfasst noch einheitlich ausgewiesen oder transparent auf einer Karte dargestellt, wie es weiter hieß. Außerdem gebe es in Deutschland über zwanzig verschiedene Bezeichnungen für Schutzgebiete. „Der Schutz der Wälder in Deutschland ist unübersichtlich und vor allem unzureichend“, sagte Sandra Hieke, Waldexpertin von Greenpeace. „Das muss die neue Regierung jetzt ändern und besonders gefährdete Wälder endlich vor Holzeinschlag schützen.“

Greenpeace fordert, deutlich mehr Wälder in Deutschland verbindlich vor Holzeinschlag zu schützen. Um die Ziele der Europäischen Union (EU) zum Schutz der Ökosysteme zu erreichen, müsse die Bundesregierung 15 Prozent der Wälder dauerhaft rechtlich vor Holzeinschlag absichern. Derzeit dürften jedoch nur in etwa drei Prozent der Wälder keine Bäume gefällt werden - obwohl 67 Prozent der Wälder in ausgewiesenen Schutzgebieten lägen und damit offiziell geschützt seien. Das zeigt eine neue Greenpeace-Studie, die anlässlich des Auftakts der 15. UN-Biodiversitätskonferenz am 11. Oktober in Kunming (China) veröffentlicht worden sei.