Klimakrise: Thunberg und Neubauer kritisieren Politik und Medien

Klimakrise: Thunberg und Neubauer kritisieren Politik und Medien

Die Klimaktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer haben Politik und Medien Versagen bei der Kommunikation über den Klimawandel vorgeworfen. "Man kann nicht von Menschen erwarten, dass sie Veränderungen wollen und dafür ihre Stimme geben, wenn weder die Politik noch die Medien erklären, was gerade auf unserer Erde passiert", sagte Thunberg dem Berliner "Tagesspiegel" (Samstag).

Neubauer sagte in dem Doppelinterview mit der Zeitung: "Es rächt sich jetzt eben, dass die größten Stimmen in unserem Land - in den Medien und in der Politik - die Klimakrise über Jahrzehnte heruntergespielt oder ignoriert haben."

Thunberg betonte, "die meisten Menschen in meinem Umfeld haben keinen Schimmer, was die Klimakrise bedeutet." Sie wüssten zwar, dass sich das Klima ändert und dass die Lebensgrundlagen von Menschen in Zukunft vielleicht gefährdet sind. "Aber das war's. Das muss sich ändern. Und das kann nicht uns jungen Menschen überlassen werden, denn das ist nicht unser Job", sagte Thunberg, die am Freitag (24. September) zum internationalen Klimastreik in Berlin erwartet wird.

Mit Blick auf einen sozial gerechten Klimaschutz sagte Neubauer: "Niemand hält die Regierung davon ab, soziale Klimaschutzmaßnahmen einzuführen." Derzeit beobachte sie, "dass politische Stimmen, die nie Klimaschutz befürwortet haben, jetzt soziale Ungleichheit als Ausrede dafür benutzen, untätig zu bleiben". Dieselben Kräfte, die soziale Ungleichheit in den vergangenen Jahren befeuert hätten, "nehmen diese Zustände jetzt als Vorwand, um die Klimakrise weiter eskalieren zu lassen", sagte die Klimaaktivistin.