Bistum Aachen entwidmet zwei Kirchen im rheinischen Braunkohle-Revier

Bistum Aachen entwidmet zwei Kirchen im rheinischen Braunkohle-Revier

Das Bistum Aachen will zwei Kirchen im rheinischen Braunkohlegebiet entwidmen. Der Aachener Bischof Helmut Dieser habe entschieden, den Anträgen der Pfarrei Christkönig Erkelenz auf Entwidmung der Kirchen Heilig Kreuz in Keyenberg und Herz-Jesu in Kuckum zuzustimmen, erklärte das Bistum am Montag.

"Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", erklärte Dieser. Er habe sie aber auch aus Respekt vor den stark belasteten ehrenamtlich Engagierten vor Ort getroffen. "Unabhängig davon bleibt es dabei, dass wir uns auch weiterhin für das entwidmete und erhaltenswerte Kirchengebäude einsetzen", sagte der Bischof.

Die Gemeinde Christkönig bereite sich bereits seit Jahren auf die Umsiedlung vor und habe bereits alle kirchlichen Gebäude in Keyenberg, Beverath, Kuckum, Ober- und Unterwestrich an RWE Power verkauft, weil die Orte dem Braunkohletagebau weichen sollten. Laut der Leitentscheidung aus dem März sollen nun aber mehr als 20 Quadratkilometer Fläche vor der Abbaggerung bewahrt werden. Bis Ende 2026 soll entschieden werden, ob die fünf Dörfer am Tagebau Garzweiler II tatsächlich dem Bergbau weichen müssen. Von den drei derzeitigen Tagebauen in Hambach, Garzweiler und Inden sollen demnach bis Ende der 2020er Jahre zwei geschlossen werden. Die Kohleverstromung soll in Deutschland bis spätestens 2038 beendet werden.

Der Bischof forderte erneut von der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die Verunsicherung der Menschen in den betroffenen Gebieten zu beenden: "Lassen Sie die Menschen nicht weitere fünf Jahre im Ungewissen, beenden Sie diese Hängepartie." Die Entscheidung für den Erhalt der bedrohten Dörfer müsse bald getroffen werden. "Wir beobachten eine sich verschärfende Spaltung, der wir dringend entgegentreten müssen", mahnte der Bischof.