US-Lutheraner: Erstmals Transgender-Person in Bischofsamt eingeführt

US-Lutheraner: Erstmals Transgender-Person in Bischofsamt eingeführt

In der größten lutherischen Kirche der USA ist erstmals eine offen als Transgender lebende Person in das Bischofsamt eingeführt worden. Der feierliche Gottesdienst für Megan Rohrer (41) fand am Samstag in der Grace-Kathedrale in San Francisco im US-Staat Kalifornien statt. Rohrer war als Pastor in San Francisco tätig, als Seelsorger bei der dortigen Polizei sowie als Direktor einer Hilfsorganisation für wohnungslose LGBT-Personen.

Rohrer war im Mai zum Bischof der 180 Gemeinden zählenden Sierra-Pacific-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA) gewählt worden. Die leitende ELKA-Bischöfin Elizabeth Eaton sprach von einem historischen Schritt, der zeige, dass alle willkommen seien in der Kirche. Gott habe "die Menschheit in Verschiedenheit erschaffen", sagte sie.

Rohrer kündigte nach der Wahl an, einen Schwerpunkt auf die Evangelisierung legen zu wollen. Eaton sagte in ihrer Predigt am Samstag, manche Beobachter fragten sich wohl, was sich die Synode gedacht habe bei Rohrers Wahl. Megan Rohrer werde das Evangelium predigen und allen Menschen dienen.

Gott sei kein Gott des "Entweder-oder", sondern ein Gott des "und", betonte Bischöfin Eaton. Rohrer habe mit Obdachlosen auf der Straße übernachtet und sei zugleich Polizeiseelsorger gewesen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika hat nach eigenen Angaben 3,3 Millionen Mitglieder. Rohrers Amtszeit läuft sechs Jahre.