Studie zu Wahlverhalten sexueller Minderheiten

Studie zu Wahlverhalten sexueller Minderheiten

Wählerinnen und Wähler mit nicht-heterosexueller Orientierung haben einer Studie zufolge eine eindeutige Präferenz für die Grünen und - weit abgeschlagen - für die Linkspartei. Zu diesem Ergebnis kommt eine Wahlstudie der Universität Gießen, die am Dienstag zusammen mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in Berlin vorgestellt wurde. Zu den wichtigsten politischen Herausforderungen gehöre demnach für Wählerinnen und Wähler von SPD und FDP die sogenannte Homofeindlichkeit, für Wählerinnen und Wähler von Grünen, Linken und der SPD das Thema Diskriminierung.

An der Online-Befragung beteiligten sich den Angaben zufolge zwischen dem 15. Juli und 15. August dieses Jahres mehr als 9.000 Menschen. In die Ergebnisse der Studie flossen aber nur die Antworten von 5.149 "nicht ausschließlich heterosexuellen Wahlberechtigten" ein, wie die Gießener Politikwissenschaftlerin Dorothée de Nève sagte. Der Unterschied zu gängigen Wahlbefragungen sei, dass in diesem Fall ausdrücklich die spezielle sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität zur Voraussetzung einer Teilnahme an der Umfrage gemacht wurde. In Deutschland gibt es laut Studie schätzungsweise zwischen 1,8 und drei Millionen Wahlberechtigte aus der sogenannten LGBTIQ-Community.

In der sogenannten Sonntagsfrage zeichnete sich demnach mit 52,6 Prozent eine klare Präferenz für die Grünen ab. Die Linkspartei kam auf 17,4 Prozent, die SPD auf 9,1 Prozent , FDP auf 7,1 Prozent, CDU/CSU auf 3,2 Prozent und AfD auf 2,6 Prozent.