Fahrrad-Sternfahrten gegen nukleares Aufrüsten

Fahrrad-Sternfahrten gegen nukleares Aufrüsten

Friedensinitiativen und Atomkraftgegner aus Deutschland und den Niederlanden wollen am Sonntag vor der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau gegen nukleares Aufrüsten protestieren. Anlass seien die 76. Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August, teilten der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz und die friedenspolitische Ärzte-Organisation IPPNW am Donnerstag mit. Geplant sind demnach vier Fahrrad-Sternfahrten in der deutsch-niederländischen Grenzregion, die sich zu einer zentralen Kundgebung am Haupttor der Urananreicherungsanlage treffen wollen.

Die 48.000-Einwohner-Stadt Gronau ist seit 1985 Standort der einzigen Urananreicherungsanlage Deutschlands. Dort wird Uranhexafluorid für die Weiterverarbeitung zu Brennelementen für Atomkraftwerke in einem sogenannten Zentrifugen-Verfahren angereichert. Der Betreiberkonzern Urenco wurde 1970 mit dem "Vertrag von Almelo" zwischen Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden gegründet, um die Forschungen der drei Länder an der Zentrifugentechnik zusammenzubringen und kommerziell zu nutzen. Die britische und niederländische Regierung halten je ein Drittel der Anteile, die deutschen AKW-Betreiber RWE und Eon teilen sich das übrige Drittel.