Schäuble für schnellere Anhebung des CO2-Preises

Schäuble für schnellere Anhebung des CO2-Preises

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich für einen schnelleren Anstieg des CO2-Preises ausgesprochen, um die Erderwärmung zu begrenzen. "Eine höhere CO2-Bepreisung habe ich immer für richtig gehalten. Das muss auch schneller vorangehen", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Und wenn dann das Autofahren teurer wird, sollte uns das nicht schrecken, wobei soziale Härten natürlich ausgeglichen werden müssen."

Mit Blick auf die Klimaschutzdebatte forderte Schäuble mehr Ehrlichkeit und Mut auch von seiner Partei. "Wir sollten den Menschen - ob Wahlkampf oder nicht - klar sagen, dass die notwendigen Schritte allen etwas abverlangen werden", sagte er. "Den Eindruck zu erwecken, die anstehenden strukturellen Veränderungen beträfen den Einzelnen nicht, das ist nicht die Wahrheit." Die Menschen könnten die Wahrheit aber durchaus ertragen, auch im Wahlkampf.

Schäuble warb zugleich für mehr Offenheit gegenüber der Atomenergie als klimaschonender Energiequelle: "Nur weil wir das Thema nicht mehr berühren wollen, dem Rest der Welt zu sagen, ihr dürft Atomenergie nicht nutzen, das bringt den Kampf gegen den Klimawandel nicht voran", sagte er. "Wir sind achteinhalb Milliarden Menschen auf der Welt. Und das verbleibende CO2-Budget, um das Pariser 1,5-Grad-Ziel einzuhalten, wird schnell kleiner, bei einem insgesamt steigenden Energiebedarf." Deutschland sollte sich als Hochtechnologieland nicht von der internationalen Forschung zur Kernenergie abkoppeln.