Planungen für den Wiederaufbau im Ahrtal beginnen

Planungen für den Wiederaufbau im Ahrtal beginnen

Gut zwei Wochen nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe beginnt die rheinland-pfälzische Landesregierung mit den Planungen für den Wiederaufbau der zerstörten Regionen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gab bei einem Besuch in Bad Neuenahr-Ahrweiler bekannt, ein regelmäßig tagender Ausschuss der Staatssekretäre werde die Bemühungen des Landes koordinieren. Außerdem werde im Innenministerium eine eigene Aufbauabteilung eingerichtet. Die Soforthilfen des Landes für die betroffenen Kommunen sollen um weitere zehn auf dann 60 Millionen Euro angehoben werden. Das ganze Ausmaß der Zerstörungen lasse sich aber noch immer nicht verlässlich beziffern

Ein Aufbaufonds im Umfang von acht Milliarden Euro wie nach dem vielerorts in Deutschland verheerenden Hochwasser von 2013 werde aber voraussichtlich nicht ausreichen, sagte Dreyer: "Die Schäden sind riesig." Die Ministerpräsidentin versicherte den betroffenen Bewohnern der Region, das Land werde sich in jedem Fall langfristig beim Wiederaufbau engagieren.

Die vom Land als erste Soforthilfe bereitgestellten Mittel für die Kommunen würden abhängig vom Ausmaß der Zerstörungen auf die betroffenen Landkreise und die Stadt Trier verteilt, kündigte Innenminister Lewentz an. Über 70 Prozent des Geldes (42,5 Millionen Euro) gehen in den Landkreis Ahrweiler.

Das Geld sei auch dafür gedacht, völlig unbürokratisch erste Aufträge zu vergeben: "Wir werden dann nicht fragen: Hast du eine Niederschrift? Hast du einen Gemeinderatsbeschluss?" Örtliche Unternehmer oder Landwirte, die seit der Katastrophe bei Räumungsarbeiten helfen, könnten ebenfalls entlohnt werden, wenn sie einen - gegebenenfalls auch bloß mündlich erteilten - Auftrag der Ortsverwaltung erhalten hätten.

Bei der Bewältigung der Katastrophe hätten neben den professionellen Rettern gerade vor Ort Ansässige mit ihren Maschinen unverzichtbare Hilfe geleistet. Das Land erwarte nicht, dass diese Hilfeleistung noch über Wochen oder Monate weiter kostenlos angeboten werde. In der Krisenregion sind weiterhin rund 5.500 organisierte Helfer von Rettungsorganisationen und Bundeswehr im Einsatz. Die Zahl der bestätigten Todesopfer im Landkreis Ahrweiler bezifferte das Land am Freitag auf 135. Das Schicksal von 59 Menschen ist weiter ungewiss.

Ministerpräsidentin Dreyer appellierte an die Bewohner anderer Bundesländer, in der Sommerzeit nicht auf geplante Ferienreisen nach Rheinland-Pfalz zu verzichten. Aktuell würden auch in Orten, die nicht von dem Unwetter betroffen waren, viele Buchungen storniert.