Martinikirche Halberstadt mit zwei neuen Türmern

Martinikirche Halberstadt mit zwei neuen Türmern

In luftiger Höhe von 29 Metern verrichten zwei neue Türmer jetzt ihren Dienst am evangelischen Gotteshaus St. Martini in Halberstadt. Die Stadtverwaltung stellte nach einem bundesweit beachteten Bewerbungsverfahren mit Bianca Groß und Jens Pforte eine Frau und einen Mann für diese Aufgabe an der Stadtpfarrkirche ein. Sie sollen auf Honorarbasis die Besucherströme auf einem der wichtigsten Wahrzeichen im kirchturmreichen Halberstadt in Sachsen-Anhalt betreuen. Bianca Groß ist zugleich die erste Türmerin in der Geschichte des Gotteshauses, wie die Stadtverwaltung Halberstadt (Landkreis Harz) am Freitag mitteilte.

Die Tradition eines städtischen Türmers oder Hausmanns gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung seit dem Mittelalter. Bis 1908 waren es demnach oft mehrere Personen, die als städtische Angestellte mit Stube und Bett auf den Martinitürmen für die Sicherheit der Stadt sorgten. Sie mussten regelmäßige Rundgänge in beiden Türmen machen und bei Feuer, Hochwasser, Gewitterfronten oder kriegerischen Angriffen die Bevölkerung warnen.

Die gotische Halberstädter Martinikirche ist bekannt für ihre beiden unterschiedlich hohen Türme. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und bis 1954 wieder aufgebaut. Die Aussichtsplattform der Kirche befindet sich nach 128 Stufen Aufstieg in 29 Metern Höhe. Sie ist seit 1976 für die Öffentlichkeit zugänglich.