Studie: Höhere Jugendarbeitslosigkeit in Corona-Pandemie

Studie: Höhere Jugendarbeitslosigkeit in Corona-Pandemie

Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist in der Corona-Pandemie laut einer Studie kaum gestiegen. Anders dagegen sieht es bei den übrigen OECD-Ländern aus, wo die Arbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen im Durchschnitt um mehr als 50 Prozent gewachsen ist, wie aus einer Mitteilung des Münchner ifo Instituts vom Donnerstag hervorgeht. In Deutschland bewegte sich die Quote laut einer ifo-Grafik in dem wissenschaftlichen Aufsatz vor und während der Pandemie zwischen fünf und sechs Prozent.

Besonders deutlich sei dagegen der Anstieg in den USA, Kanada und Schweden zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 gewesen, sagte die ifo-Forscherin Lavinia Kinne. Danach sei die Quote wieder stark gesunken. Ähnlich verhalte es sich bei Frankreich, obwohl dort der Anstieg nicht so stark gewesen sei. Das ifo Institut bezog sich mit seinen Zahlen auf eine Auswertung aktueller OECD-Daten zwischen September 2019 und März 2020.

Eine Grafik zeigt dabei, dass die Jugendarbeitslosigkeit vor allem im Februar und März 2020 in einigen Ländern sprunghaft gestiegen ist: in Kanada etwa von rund zehn auf knapp unter 30 Prozent, in den USA von rund acht Prozent auf etwa 27 Prozent und in Schweden von etwa 19 auf rund 28 Prozent.

Auch die Auswirkungen der Pandemie auf die seelische Gesundheit der jungen Leute wurde untersucht: Daten aus Belgien, Frankreich und den USA hätten ergeben, dass die Häufigkeit von Angstzuständen und Depressionen bei jungen Leuten während der Corona-Pandemie um 30 bis 80 Prozent höher liege als bei der übrigen Bevölkerung. So hätten etwa 27 Prozent der Kanadier zwischen 14 und 24 Jahren von Angstzuständen berichtet, während es bei den 25- bis 64-jährigen Kanadiern nur 19 Prozent waren.