Syrien: "Ärzte ohne Grenzen" warnen vor Grenzschließung

Syrien: "Ärzte ohne Grenzen" warnen vor Grenzschließung

Hannover, Genf (epd). Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat vor der Schließung des Grenzübergangs Bab al-Hawa in Syrien gewarnt. Den Bewohnern der Rebellenregion Idlib im Nordwesten Syriens drohten in diesem Fall „tödliche Konsequenzen“, sagte der Einsatzleiter in der Region dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag).

Bab al-Hawa sei mittlerweile die einzige Möglichkeit, den 2,6 Millionen Einwohnern Idlibs überhaupt noch internationale Hilfe zukommen zu lassen. Viele von ihnen seien schon mehrfach innerhalb Syriens vertrieben worden. Wenn nun auch noch auch diese Lebensader abgeschnitten werde, drohe vielen wegen Medikamentenmangels, Unterernährung und Epidemien der Tod.

Die derzeit laufenden humanitären Hilfstransporte aus der Türkei nach Idlib, mit etwa 1.000 Lastwagen pro Monat, stützen sich auf ein Mandat der Vereinten Nationen, das am kommenden Samstag (10. Juli) ausläuft. Syrien und Russland wollen mögliche Hilfen künftig unter die Kontrolle der syrischen Zentralregierung in Damaskus stellen.