Resolution zu Frauenrechten und Abtreibung verabschiedet

Resolution zu Frauenrechten und Abtreibung verabschiedet

Das Europaparlament hat eine Resolution verabschiedet, die wegen Passagen zur Abtreibung vorab in die Kritik von Kirchenvertretern geraten war. Die Volksvertretung nahm den Text zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und den damit verbundenen Rechten und insbesondere Frauenrechten am Donnerstag mit 378 zu 255 Stimmen bei 42 Enthaltungen in Brüssel und virtuell an.

Der Resolutionsentwurf hatte unter anderem die Forderung an die EU-Staaten enthalten, "einen allgemeinen Zugang zu sicherer und legaler Abtreibung und die Achtung des Rechts auf Freiheit, Privatsphäre und die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu gewährleisten". Sie sollten sicherstellen, "dass eine Abtreibung auf Antrag in der frühen Schwangerschaft und darüber hinaus, wenn die Gesundheit oder das Leben der schwangeren Person gefährdet ist, rechtmäßig ist".

Der Entwurf wurde am Donnerstag noch verändert, ein konsolidierter Text lag zunächst nicht vor. Die umstrittenen Passagen zur Abtreibung wurden nach Angaben aus dem Parlament aber nicht geändert.

Die SPD-Abgeordnete Maria Noichl begrüßte die Annahme. "Schwangerschaftsabbruch, aber auch Aufklärung, Verhütung, Kinderwunschbehandlungen, Gesundheitsdienste in der Schwangerschaft sowie Behandlungen von Krankheiten, die mit der Geburt im Zusammenhang stehen, müssen in der Europäischen Union Rechte bleiben", erklärte sie.

Die katholische Kirche hatte sich vergangene Woche gegen die Bestimmungen zur Abtreibung ausgesprochen. Das ungeborene Kind habe ein Menschenrecht auf Leben, erklärte das Sekretariat der Comece in Brüssel. Dem trage der Resolutionsentwurf nicht ausreichend Rechnung. Die Comece ist die Kommission der Bischofskonferenzen der EU und besteht aus Bischöfen der katholischen Bischofskonferenzen der 27 Mitgliedsländer.