Amnesty: UN-Resolution zu Waffenembargo gegen Myanmar umsetzen

Amnesty: UN-Resolution zu Waffenembargo gegen Myanmar umsetzen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert, eine UN-Resolution zum Stopp von Waffenlieferungen an Myanmar unverzüglich umzusetzen. Sämtliche Länder sollten der Aufforderung der Resolution Folge leisten, den Waffentransfer in das südostasiatische Land zu verhindern, mahnte Amnesty am Freitagabend. Der Weltsicherheitsrat müsse dies sofort zur Verpflichtung machen und ein umfassendes globales Waffenembargo gegen Myanmar verhängen.

Bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen am Freitag (Ortszeit) hatten 119 Länder für die Erklärung votiert, die zudem die Gewalt nach dem Militärputsch vom 1. Februar verurteilt. Belarus stimmte dagegen, und 36 Länder enthielten sich, darunter China, Russland sowie Thailand, Brunei, Laos und Kambodscha als Mitglieder der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean). Der Beschluss ist allerdings nicht bindend.

Auch die UN-Sondergesandte für Myanmar, Christine Schraner Burgener, richtete einen Appell an die Weltgemeinschaft. "Der Faktor Zeit ist von entscheidender Bedeutung. Wenn wir in zehn Jahren zurückblicken, sollten wir es nicht bereuen, eine Gelegenheit verpasst zu haben, dieses Land wieder auf den Weg der Demokratie zurück zu bringen", schrieb sie auf Twitter. Wiederholt warnte die UN-Diplomatin vor einem Bürgerkrieg in Myanmar.

Seit dem Putsch vor mehr als viereinhalb Monaten versinkt das südostasiatische Land im Chaos. Laut der Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) wurden bisher mindestens 870 Menschen bei Protesten getötet. Fast 6.200 Personen wurden festgenommen, die meisten sitzen noch hinter Gittern.