Innenminister wollen frauenfeindliche Straftaten präziser erfassen

Innenminister wollen frauenfeindliche Straftaten präziser erfassen

Die Kriminalstatistik soll künftig genauer Aufschluss darüber geben, wie oft Straftaten aus frauenfeindlicher Motivation heraus geschehen. Das haben die Innenminister von Bund und Ländern bei ihrer dreitägigen Konferenz entschieden, wie der Vorsitzende, Baden-Württembergs Ressortchef Thomas Strobl (CDU), am Freitag in Rust mitteilte. Es sei ein erster Schritt, gegen Frauen gerichtete Straftaten in den polizeilichen Erfassungssystem transparenter aufzuführen, um aussagekräftige Daten zu gewinnen und daraus Erkenntnisse für Prävention und repressive Maßnahmen zu gewinnen, sagte er.

Frauenfeindliche Straftaten führten seit Jahrzehnten ein "Schattendasein" in der Kriminalstatistik, sagte Strobl. Jede dritte Frau werde im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Diese Straftaten müssten stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Man wolle zudem Mut machen, solche Taten anzuzeigen. Scham helfe nur den Tätern, sagte Strobl.

Dem Landesinnenminister zufolge hat die Innenministerkonferenz eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die klären soll, wie konkret frauenfeindliche Motivationen erkannt und erfasst werden sollen. Er erhoffe sich Ergebnisse beim Treffen der Innenminister im Herbst. Die genauere, statistische Erfassung solle "zeitnah" umgesetzt werden.