Studie: Kaum Corona-Impfungen für Flüchtlinge in armen Ländern

Studie: Kaum Corona-Impfungen für Flüchtlinge in armen Ländern

Flüchtlinge erhalten in vielen armen Ländern laut einer Umfrage des Kinderhilfswerks World Vision keinen Zugang zu Corona-Impfungen. "Geflüchtete Menschen stehen in der weltweiten Impfhierarchie weit unten auf der Liste, obwohl sie einem vergleichsweise hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind", erklärte die Hilfsorganisation bei der Vorstellung des Berichts am Mittwoch im hessischen Friedrichsdorf. Nur einer der knapp 2.000 befragten Flüchtlinge habe angegeben, gegen Corona geimpft worden zu sein.

Für den Bericht hat World Vision nach eigenen Angaben 1.914 Flüchtlinge in Brasilien, Kolumbien, der Demokratischen Republik Kongo, Jordanien, Peru, der Türkei, Uganda und Venezuela befragt. Knapp 70 Prozent der Befragten habe noch nicht einmal von Plänen für Impfungen in ihrem Umfeld gehört, schreiben die Autorinnen und Autoren. Fast die Hälfte habe gedacht, sie sei nicht anspruchsberechtigt.

Die niedrige Impfquote unter Flüchtlingen in den acht Ländern sei vor allem auf die geringe Verfügbarkeit von Vakzinen in ärmeren Ländern zurückzuführen. Die Aufnahmeländer seien wirtschaftlich schwach und stünden unter dem Druck, auch ihre eigene Bevölkerung schützen zu müssen. Der Hilfsorganisation zufolge leben etwa 40 Millionen Schutzsuchende in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Weltweit gibt es nach UN-Angaben knapp 80 Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene.