Kerry zum Klimaschutz: Jetzt muss gehandelt werden

Kerry zum Klimaschutz: Jetzt muss gehandelt werden

Im Kampf gegen die Erderwärmung muss nach Worten des Klimaschutzbeauftragten der US-Regierung, John Kerry, deutlich mehr getan werden als bisher international vereinbart. Die weltweiten CO2-Emissionen seien erneut stark gestiegen, sagte er am Donnerstag in einer virtuellen Grußbotschaft zum Auftakt der "Woche der Umwelt" in Berlin.

Selbst wenn alle bisher vereinbarten Maßnahmen umgesetzt würden, werde das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, verfehlt, betonte Kerry. Mit Blick auf die im November anstehende UN-Klimakonferenz in Glasgow fügte er hinzu, deshalb sei es jetzt an der Zeit, den Job zu erledigen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen äußerte die Hoffnung, dass die internationale Gemeinschaft sich in Glasgow auf "starke Ziele" für 2030 einige. Sie verwies auf den europäischen "Green Deal", mit dem Europa bis 2050 zum klimaneutralen Kontinent werden soll, und kündigte an, dass die EU Mitte Juli einzelne Schritte vorstellen wolle, wie diese Ziele erreicht werden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte zur Eröffnung der Woche der Umwelt, die zum sechsten Mal in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am Schloss Bellevue stattfand, das Thema sei zum "Epizentrum harter politischer Konflikte" geworden. Aufbruchserwartung und Umbruchsangst würden miteinander ringen. Werden die Klimaziele umgesetzt, "so werden wir Veränderungen in allen Bereichen des Alltags spüren", sagte Steinmeier und verwies auf Landwirtschaft, Energieversorgung, Wohnungsbau und Verkehr.

Über zwei Folgen müsse man sich Gedanken machen, sagte Steinmeier: "Die Frage, was ökologisches Wohnen und nachhaltige Mobilität kosten, steht auf der Tagesordnung." Zudem müsse gefragt werden, was mit Arbeitsplätzen und Löhnen geschehe. Aufgabe der Politik sei es, "die Folgen der Anpassung aufzufangen, bevor sich soziale Konflikte verhärten, den Klimaschutz zu einer wirklich gemeinsamen Anstrengung zu machen". Den Übergang in eine klimaneutrale Gesellschaft könne "nicht nur eine Avantgarde bewältigen", sagte Steinmeier.

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