Gleichstellungsbericht befasst sich mit Digitalisierung

Gleichstellungsbericht befasst sich mit Digitalisierung

Bundesfamilien und -justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sieht in der Digitalisierung eine Chance für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Digitalisierung voranzubringen sei eine Querschnittsaufgabe, sagte sie, nachdem das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin den dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung beschlossen hatte.

Lambrecht sagte, der Bericht liefere der Politik wertvolle Impulse. Einiges sei auch schon auf den Weg gebracht, etwa Verbesserungen beim Schutz vor digitaler Gewalt oder im Rahmen der Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung. So sollten etwa Diskriminierung bei algorithmenbasierten Entscheidungen verhindert und der Arbeitsschutz auch in der digitalen Arbeitswelt eingehalten werden.

Ein Forscherteam unter der Leitung der Berliner Volkswirtschaftlerin Aysel Yollu-Tok hat untersucht, wie die Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft gestaltet werden müssten, damit Frauen und Männer die gleichen Verwirklichungschancen haben. Es kommt in seinem Gutachten für den Bericht zu dem Schluss, dass der Einfluss von Frauen gesteigert werden muss. Mit einem Anteil von 16 Prozent sind sie in der Digitalwirtschaft unterrepräsentiert. Nur 30 Prozent der Firmengründer sind weiblich.

Wo computergestützte, lernende KI-Systeme eingesetzt werden, dürften sie nicht die Chancen von Frauen etwa bei der Bewerbung auf eine Stelle oder bei einer Kreditvergabe schmälern. Für neue Arbeitsformen wie die Plattformarbeit müsse die soziale Absicherung geregelt werden, mahnt das Gutachten. Den Gesetzgeber sehen die Gutachterinnen auch gefordert bei der Regelung von Homeoffice und im Kampf gegen digitale Gewalt.

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