Mindestens zehn Landminenräumer bei Anschlag in Afghanistan getötet

Mindestens zehn Landminenräumer bei Anschlag in Afghanistan getötet

Bei einem Anschlag auf eine Gruppe von Landminenräumer im Norden Afghanistans sind mindestens 10 Menschen getötet und weitere 16 verletzt worden. Wie der afghanische Fernsehsender Tolo News am Mittwoch berichtete, wurde das Büro der britisch-amerikanischen Hilfsorganisation "The Halo Trust" am Dienstagabend im Baghlan-e-Marzaki-Distrikt in der Provinz Baghlan von Bewaffneten angegriffen.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Das Innenministerium in Kabul beschuldigte die aufständischen Taliban, hinter dem Angriff auf die internationale Organisation zu stecken. Der Halo Trust engagiert sich den eigenen Angaben zufolge seit mehr als 30 Jahren bei der Beseitigung von Minen- und Kampfmittelrückständen in Afghanistan und beschäftigt dort mehr als 2.600 Mitarbeiter.

Nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen und Konflikten gehört Afghanistan zu den Ländern, die am stärksten von nicht explodierten Minen, Sprengfallen und Munitionsreste kontaminiert sind. Jeden Monat sterben Menschen durch alte Sprengsätze oder werden verletzt. Viele der Opfer sind Kinder.

Seit Monaten häufen sich in Afghanistan Anschläge auf Mitarbeiter humanitärer Organisationen, Universitätsdozenten, Medienvertreter, weibliche Staatsangestellte, Menschenrechtsaktivisten und Kritiker der Taliban. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Abzugs des US-Militärs und der Nato-Truppen vom Hindukusch, verstärkt sich die Sorge um das Schicksal des Landes.

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