USA streben enge Kooperation mit Guatemala an

USA streben enge Kooperation mit Guatemala an

Die US-Regierung strebt zur Eindämmung von Migration eine stärkere Zusammenarbeit mit Guatemala an. Das machte die US-Vizepräsidentin Kamala Harris am Montag (Ortszeit) bei ihrem Besuch in dem zentralamerikanischen Land deutlich.

Im Vordergrund ihres Treffens mit dem guatemaltekischen Staatschef Alejandro Giammattei stand die Frage, wie die Ursachen von Flucht und Migration zu bekämpfen seien. "Die Mehrheit der Leute will ihr Zuhause nicht verlassen", zitierte die Zeitung "Prensa Libre" die US-Politikerin.

Harris vereinbarte bei ihrer ersten Auslandsreise mit Giammattei mehrere Kooperationsprojekte, bei denen es um Investitionen zur Stärkung der Wirtschaft, den Kampf gegen Drogen- und Menschenschmuggel sowie gegen Korruption geht. Die US-Regierung will eine Spezialeinheit zur Korruptionsbekämpfung in Zentralamerika schaffen, die auch guatemaltekische Staatsanwälte unterstützen soll. "Die Korruption kennt keine Grenzen", sagte Harris. Schon seit Längerem plant Washington ein Milliarden-Programm, mit dem die Wirtschaft in Zentralamerika belebt werden soll.

Die für Migration zuständige Stelle der guatemaltekischen Bischofskonferenz warf der Regierung von Giammattei anlässlich des Besuchs vor, die Rechte der Migranten nicht zu garantieren. "Guatemala fehlt es an einer Migrationspolitik", erklärten die Bischöfe. "Die Korruption, die Straflosigkeit, der soziale Ausschluss, die Ungerechtigkeit, die Ungleichheit, das Vernachlässigen und das Fehlen von Optionen sind die hauptsächlichen Hindernisse für eine Entwicklung", schrieben sie.

Guatemala zählt zu den wichtigsten Durchreiseländern für Migrantinnen und Migranten aus zentralamerikanischen und anderen Staaten, zudem machen sich auch aus dem Land selbst viele Menschen auf den Weg in die USA. Mexiko, Guatemala und Honduras unterstützen die US-Regierung darin, die Menschen auf der Flucht vor Armut und Gewalt von ihrem Weg in den Norden abzuhalten. So stoppten guatemaltekische Sicherheitskräfte im Januar mit einem massiven Einsatz eine Migrantenkarawane, die mexikanische Regierung mobilisierte Tausende Nationalgardisten an die Südgrenze, um die Menschen zu stoppen.

Am Montagabend reiste Harris nach Mexiko weiter. Dort trifft sie auch den mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador.