UN: Libyens Küstenwache fängt mehr als 10.300 Flüchtlinge ab

UN: Libyens Küstenwache fängt mehr als 10.300 Flüchtlinge ab

Libyens Küstenwache hat laut den Vereinten Nationen im Jahr 2020 mehr als 10.300 Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer abgefangen. Die Küstenwache habe die Menschen zurück nach Libyen gebracht, wo viele von ihnen schwere Menschenrechtsverletzungen hätten erdulden müssen, sagte die UN-Hochkommissarin Michelle Bachelet am Mittwoch in Genf.

Die Hochkommissarin für Menschenrechte führte weiter aus, dass die libysche Küstenwache 2019 rund 8.400 Flüchtlinge und Migranten auf dem Meer aufgegriffen habe. Etliche der Flüchtlinge und Migranten seien in die berüchtigten Gefangenenlager in dem nordafrikanischen Land gebracht worden, wo Hunger, Krankheiten und Misshandlungen auf der Tagesordnung stehen.

Die Hochkommissarin forderte die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, jegliche Kooperation mit Libyens Küstenwache von der Einhaltung der Menschenrechte abhängig zu machen. Die libysche Küstenwache müsse verpflichtet werden, die Menschen nicht zurückzuführen, sondern an einem sicheren Hafen abzusetzen.

Das Hochkommissariat gab zudem bekannt, dass in diesem Jahr bei der Überfahrt auf dem Mittelmeer mit Schlepper-Booten mindestens 632 Migranten und Flüchtlinge gestorben seien. Die Menschen stammen zumeist aus Afrika und Asien und wollen Gewalt und Armut in ihren Heimatländern entkommen. Sie versprechen sich ein besseres Leben in Europa.