Ökumenischer Kirchentag: Predigerinnen fordern mehr Gerechtigkeit

Ökumenischer Kirchentag: Predigerinnen fordern mehr Gerechtigkeit
Mit einem Appell für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft und den Kirchen ist am Sonntag der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main zu Ende gegangen. Wer nach Gerechtigkeit jage, jage nach einem guten Leben für alle, sagte die Pastorin der evangelisch-methodistischen Kirche, Mareike Bloedt, im Abschlussgottesdienst am Frankfurter Mainufer.

Die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Katharina Ganz, rief dazu auf, menschengemachte Ungerechtigkeiten zu beseitigen und forderte, Frauen den Zugang zu allen Ämtern und Diensten in der katholischen Kirche zu ermöglichen.

Die beiden Frauen hielten gemeinsam die Predigt im Gottesdienst, der den Abschluss des rund viertätigen Ökumenischen Kirchentags bildete. Wegen der Corona-Pandemie war die Besucherzahl an der Weseler Werft auf 400 begrenzt. Wie bei allen Veranstaltungen des Kirchentags waren Interessierte eingeladen, beim Gottesdienst per Übertragung dabei zu sein. Das ZDF sendete am Sonntagmorgen live.

Die katholische Oberin Ganz sagte in ihrer Predigt, einseitige männliche Herrschaft müsse überwunden werden. Zudem forderte sie, "Überlebende von sexualisierter Gewalt in die Mitte" zu stellen sowie ein neues Miteinander zwischen den Geschlechtern und ökumenische Geschwisterlichkeit zu leben.

Innerkirchliche Debatten wie die um den Umgang mit Missbrauch sowie die um theologische Differenzen zwischen den Konfessionen beim Abendmahl und der Ordination von Frauen prägten neben Debatten mit Spitzenpolitikern den Ökumenischen Kirchentag von Donnerstag bis Sonntag. Es war nach 2003 und 2010 das dritte Mal, dass der Deutsche Evangelische Kirchentag und das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken ein gemeinsames Christentreffen organisierten. Wegen der Corona-Pandemie musste es weitgehend digital stattfinden.

 

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