Versuchte Sachbeschädigung an ehemaliger Synagoge

Versuchte Sachbeschädigung an ehemaliger Synagoge

In Düsseldorf ermittelt der Staatschutz der Polizei wegen der versuchten Sachbeschädigung an der ehemaligen großen Synagoge. Am Montagabend hätten Passanten ein Feuer auf der Steinplatte an dem Gedenkstein in der Kasernenstraße gemeldet, teilte die Polizei am Dienstag in Düsseldorf mit. Es entstand kein Sach- oder Gebäudeschaden. Nach den Tätern wird gefahndet. Die Polizei sucht Zeugen.

Unbekannte hatten den Angaben nach offensichtlich vorsätzlich Unrat mit einer Brandflüssigkeit auf dem Stein entzündet. Noch bevor die Feuerwehr eintraf war das Feuer erloschen. Der Gedenkstein wurde noch am Abend gereinigt. Die Spurensicherung der Kriminalwache war vor Ort.

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf reagierte bestürzt. "Wir sind sehr besorgt darüber, dass es diesen Anschlag hier bei uns im Herzen Düsseldorfs gab, im unmittelbaren zeitlichen Kontext zu der aktuellen Gewalteskalation in Israel", erklärte Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

"Durch den Terror in Israel, der einzig auf einen Kollateralschaden unter der Zivilbevölkerung zielt, müssen wir davon ausgehen, dass es ebenfalls in Deutschland vermehrt zu antisemitischen Vorfällen kommen wird." Die Gefahr für jüdische Menschen und Einrichtungen in Deutschland nannte Horowitz eine reale Bedrohung, die Angst und Verunsicherung unter Gemeindemitgliedern schüre. Der Anschlag sei ein weiterer Beleg dafür, "dass sich Antisemitismus besonders in Form von gegen Israel gerichteten Aktionen immer radikaler zeigt".

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