Verein: In Deutschland fehlen Frauenhäuser und Beratungsstellen

Verein: In Deutschland fehlen Frauenhäuser und Beratungsstellen

Nach Ansicht des Vereins Frauenhauskoordinierung (FHK) steht Deutschland im Kampf gegen häusliche Gewalt an Frauen noch am Anfang. Bislang seien hierzulande nach der Unterzeichnung der vor zehn Jahren beschlossenen Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt erst "einzelne kleine Schritte" getan worden, sagte die FHK-Geschäftsführerin Heike Herold am Dienstag im "Morgenecho" von WDR 5. Es fehle nach wie vor an Frauenhäusern und Beratungsstellen, zudem müsse ein gesetzlicher Rechtsanspruch zur Finanzierung dieser Einrichtungen geschaffen werden.

Überdies habe sich das Problem von Gewalt gegen Frauen im privaten Umfeld durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie weiter verschärft. Zwar habe das Thema zuletzt verstärkt Niederschlag in den Medien gefunden, grundsätzlich werde das Problem aber noch zu wenig in der Gesellschaft thematisiert. Oftmals würden Misshandlungen von Männern an ihren Partnerinnen und Ehefrauen noch als "Kavaliersdelikt" abgetan, mahnte Herold.

Der Verein Frauenhauskoordinierung unterstützt deutschlandweit Frauenhäuser und Beratungsstellen. Gegründet wurde er 2001 in Frankfurt am Main, seit 2010 hat er seinen Sitz in Berlin. Mitglieder sind der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, der Paritätische Gesamtverband, die Diakonie Deutschland und der Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein sowie weitere Träger von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen.

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