Adveniat: Spendenbereitschaft in Deutschland trotz Corona hoch

Adveniat: Spendenbereitschaft in Deutschland trotz Corona hoch

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat verzeichnet trotz der Corona-Pandemie eine hohe Spendenbereitschaft in Deutschland. Adveniat habe im vergangenen Haushaltsjahr seine Spendeneinnahmen sogar leicht auf mehr 48,6 Millionen Euro steigern können, sagte Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Essen. "Wir können auf die Spenderinnen und Spender zählen." Selten habe es eine solche Spendenbereitschaft wie beim Aufruf zur Unterstützung der Corona-Hilfe durch Adveniat gegeben, stellte Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer fest.

Dies sei umso wichtiger, als die Pandemie sich in Lateinamerika wie ein Brandbeschleuniger für bereits vorhandene Probleme wie Gewalt, Armut und Umweltzerstörung auswirke, erklärte Heinz. "Noch nie haben Lateinamerika und die Karibik unsere Hilfe in diesem Jahrhundert so dringend gebraucht." Mehr als 29 Millionen Menschen hätten sich bisher in der Region mit dem Corona-Virus infiziert, 905.000 Menschen seien daran gestorben. "Ein Ende ist nicht in Sicht", warnte Heinz. Adveniat habe bereits 8,2 Millionen Euro für knapp 490 Projekte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und deren Folgen zur Verfügung gestellt.

Entscheidend in dieser Situation sei ein gleichberechtigter globaler Zugang zu den Impfstoffen, forderte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. "Ein kurzsichtiger und unsolidarischer Impfnationalismus von einigen wohlhabenderen Staaten, der die globalen Ausmaße und Zusammenhänge der Covid-19-Krise außer Acht lässt, bietet keine Lösungsperspektiven und gefährdet letztendlich uns alle."

Adveniat förderte laut Bilanz im vergangenen Geschäftsjahr zwischen Oktober 2019 und September 2020 insgesamt 2.037 Projekte mit fast 35 Millionen Euro. Dabei sei die Weihnachtskollekte mit rund 22,4 Millionen Euro nach wie vor die stärkste Einnahmequelle gewesen, sagte Heinz. Für das laufende Geschäftsjahr rechne Adveniat jedoch wegen der durch die Pandemie erschwerten Bedingungen annähernd mit einer Halbierung der Weihnachtskollekte. Die Ergebnisse seien noch nicht abschließend ausgewertet. Eine vorsichtige Hochrechnung bis Ende des Haushaltsjahres weise aber ein Minus von mehr als zehn Millionen Euro auf. Dies werde aber zumindest teilweise durch ein Direktspenden-Plus von voraussichtlich sechs Millionen Euro ausgeglichen.

Perspektivisch rechne Adveniat auch nach der Pandemie mit einem abnehmenden Spendenaufkommen durch Weihnachtskollekten, sagte Himer. Das Hilfswerk reagiere darauf und habe bereits damit begonnen, das Spektrum der Direktspenden erweitern, um zukunftsfähig zu bleiben.

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