Studie: Diskriminierung von Migranten hat in der Pandemie zugenommen

Studie: Diskriminierung von Migranten hat in der Pandemie zugenommen

Die Corona-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf Einwanderer und Flüchtlinge. Die Ergebnisse einer Studie des Forschungsbereichs Migration, Flucht und Integration am Institut für Politische Wissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen zeigen, dass sie in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Gesundheit und Bildung mehr benachteiligt sind. Außerdem hätten Diskriminierungen zugenommen, sagte die Leiterin des Projekts, Professorin Petra Bendel, am Dienstag.

Zugewanderte Menschen sind der Studie zufolge an ihrem Arbeitsplatz häufig stärker gefährdet, sind seltener fest angestellt sind und können seltener zu Hause arbeiten. Zugleich arbeiteten Migranten und geflüchtete Menschen häufig in systemrelevanten Berufen, zum Beispiel in Supermärkten, in der Landwirtschaft oder in Reinigungsfirmen, hieß es.

Beim Thema Infektionsschutz habe sich in der Pandemie gezeigt, dass in Sammelunterkünften der Infektionsschutz und Hygiene schwieriger zu realisieren seien. Masken und Impfstoffe müssten für besonders Gefährdete, unter denen auch Geflüchtete seien, besser zugänglich sein.

Die Suche nach "Sündenböcken" für die Ausbreitung des Virus oder eine verschlechterte wirtschaftliche Lage hätten Nachkommen von Eingewanderten, Migranten und Geflüchteten zur Zielscheibe gemacht, heißt es in der Untersuchung. Bendel forderte daher präventive, rassismuskritische Bildungsarbeit, nicht nur in Schulen, sondern auch in Betrieben und Behörden.

Geschlossene Grenzen führten zu prekären Lebensbedingungen besonders für gestrandete Flüchtlinge, sagte Bendel. Humanitäre Aufnahmeprogramme und Familienzusammenführungen sollten schnell wieder aufgenommen werden. Nicht genutzte Kontingente des Resettlementprogramms müssten auf 2021 übertragen werden, sagte sie.

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