Hilfetelefon "Gewalt an Männern" erweitert sein Angebot

Hilfetelefon "Gewalt an Männern" erweitert sein Angebot

Das vor einem Jahr von Bayern und Nordrhein-Westfalen gemeinsam ins Leben gerufene Hilfetelefon "Gewalt an Männern" erweitert sein Angebot. Auch Baden-Württemberg beteilige sich künftig an dem nach eigenen Angaben in dieser Form deutschlandweit ersten Unterstützungsangebot für Männer, wie das bayerische Sozialministerium am Montag in München mitteilte. Unter der Telefonnummer 0800/1239900 können sich seit einem Jahr Männer melden, die von verschiedenen Arten von Gewalt betroffen sind.

Zusätzlich finden Betroffene auf der Internetseite "www.maennerhilfetelefon.de" ein digitales Beratungsangebot. "Die Zahlen der Ein-Jahres-Bilanz belegen deutlich: Der Bedarf ist da", sagte die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nach der Evaluation des Hilfetelefons. Ausgewertet wurden 1.825 Kontakte, die sowohl telefonisch als auch per E-Mail erfolgten. Zwei Drittel der Kontaktaufnahmen gingen von Betroffenen selbst aus, ein Zehntel kamen aus deren sozialem Umfeld, der Rest entfiel auf Fachkräfte. Die Betroffenen waren mehrheitlich (77 Prozent) bis 50 Jahre alt, der Schwerpunkt lag bei den 31- bis 50-Jährigen (zusammen 53 Prozent). Von den Kontaktaufnahmen waren 35 Prozent aus Nordrhein-Westfalen, 18 Prozent aus Bayern und der Rest aus anderen Bundesländern.

Betrieben wird das Angebot durch die Beratungsstelle man-o-mann Männerberatung in Bielefeld und die AWO in Augsburg, gefördert durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Zukünftig wird das Projekt verstärkt durch zwei Träger aus Baden-Württemberg, die Sozialberatung Stuttgart e.V. und die Pfundskerle aus Tübingen.

Meldungen

Top Meldung
Youtuber Udo Sist vor dem Oberlinhaus in Potsdam
Der Potsdamer Youtuber Udo Sist hat nach der Gewalttat im Oberlinhaus mit vier Todesopfern die Arbeitsbedingungen in der Pflegeeinrichtung, in der er selbst Patient ist, kritisiert. "Es wird zu wenig über unsere Lebensbedingungen gesprochen", sagt der 33-Jährige.