Studie sieht Überlappung von Corona-Skeptikern und Rechtsextremisten

Studie sieht Überlappung von Corona-Skeptikern und Rechtsextremisten

Gegner von Corona-Eindämmungsmaßnahmen unterscheiden sich in ihren Sorgen und Bewertungen laut Thüringen-Monitor 2020 systematisch von der übrigen Bevölkerung. Fast die Hälfte der Skeptiker im Land glaube an eine "pandemiebezogene Verschwörungserzählung", sagte Marion Reiser vom Institut für Politikwissenschaft der Jenaer Schiller-Universität am Dienstag in Erfurt bei der Vorstellung der Untersuchung mit dem Titel "Politische Kultur in Pandemiezeiten". Die Autoren der soziologischen Langzeitstudie bezogen sich auf die Auswertung von 1.110 Telefoninterviews im ganzen Bundesland zwischen 3. September und 5. Oktober 2020.

Sie stellten eine deutliche Überlappung von pandemie-skeptischen und rechtsextremen Einstellungen heraus. So seien von rechtsextrem eingestellten Menschen in Thüringen zwei Drittel gleichzeitig auch Corona-Skeptiker. Von denen hänge wiederum ein Drittel rechtsextremem Gedankengut an, gegenüber neun Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Verharmlosung des Corona-Virus sei damit besonders stark im politisch rechten Spektrum verbreitet, erklärte die Jenaer Wissenschaftlerin.

Der Thüringen-Monitor war am Dienstag auch Thema im Thüringer Landeskabinett. Er war nach dem Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge im Jahr 2000 initiiert worden. Die Langzeitstudie zur Entwicklung der politischen Kultur wird im Auftrag der Staatskanzlei realisiert. Dazu werden - in den Vorjahren in der Regel im Frühsommer - etwa 1.000 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte Thüringer und Thüringerinnen telefonisch befragt.

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