Sinti und Roma trauern um Laurids Hölscher

Sinti und Roma trauern um Laurids Hölscher

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma trauert um den ehemaligen Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland im polnischen Krakau, Laurids Hölscher. Der Zentralrat habe erfahren, dass Hölscher in der Nacht vom 5. auf den 6. April in Krakau im Alter von 78 Jahren verstorben ist, teilte die Politische Referentin Jara Kehl am Montag in Heidelberg mit. Mit Hölscher verliere die Minderheit der Sinti und Roma einen engen Freund und politischen Unterstützer in Deutschland und in Europa, ergänzte Herbert Heuß, Wissenschaftlicher Leiter des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose würdigte Hölscher als "leidenschaftlichen Demokraten, der sich aus einer wahren Überzeugung und tiefen Menschlichkeit konsequent für Minderheiten eingesetzt hat". Sein Engagement sei von seinem christlichen Menschenbild "nachhaltig bestimmt" worden.

Hölscher habe sich seit seiner Berufung zum Generalkonsul in Krakau 1991 für die polnischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft eingesetzt, darunter auch viele Holocaustüberlebende der Sinti und Roma, hieß es weiter. Seine Frau Lee-Elisabeth Hölscher-Langner gründete einen Freiwilligendienst, der ehemaligen Häftlingen der Konzentrations- und Vernichtungslager und Opfern des Zweiten Weltkriegs bei der Bewältigung ihres Alltags hilft. Dieses Engagement habe "nicht nur eine sehr persönliche Bedeutung für die alten, kranken Menschen, sondern einen nicht unerheblichen Einfluss auf das polnisch-deutsche Verhältnis", fügte Heuß hinzu.

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