Amnesty: Hannover-Messe-Gastland Indonesien schränkt Rechte ein

Amnesty: Hannover-Messe-Gastland Indonesien schränkt Rechte ein

Amnesty International kritisiert eine starke Einschränkung der Rechte von Arbeitnehmern in Indonesien, dem diesjährigen Gastland der Hannover Messe. Ein neues Gesetz in dem asiatischen Staat mache wichtige Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte rückgängig und fördere unter anderem indirekt Kinderarbeit auf Palmöl-Plantagen, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Freitag in Berlin. Die Messe findet vom 12. bis 16. April statt, wegen der Corona-Pandemie ausschließlich digital.

Mit dem "Omnibus Law On Job Creation", einem 2020 verabschiedeten Sammelgesetz, habe der indonesische Staat fast 80 Einzelgesetze geändert, bemängelt Amnesty International. Das Gesetz sei insgesamt ein schwerwiegender Rückschritt gegenüber den bisher erreichten sozialen und arbeitsrechtlichen Standards in Indonesien und eine große Gefahr für grundlegende arbeitsrechtliche Garantien wie faire, existenzsichernde Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Arbeitszeit.

"Amnesty International hat auf Palmöl-Plantagen dokumentiert, dass vielen Arbeiterinnen und Arbeitern schon jetzt ein unrealistisch hohes Arbeitspensum vorgegeben wird, das sie kaum erreichen können und so am Ende nur den ohnehin niedrigen Mindestlohn erhalten", sagte die Indonesien-Expertin der Organisation in Deutschland, Esther Hoffmann: "Um die Vorgaben zu erreichen, müssen andere Familienangehörige ebenfalls mitarbeiten, darunter auch Kinder." Deutsche Unternehmen sollten während der Hannover Messe darauf hinzuwirken, dass ihre indonesischen Partnerfirmen nicht gegen grundlegende Menschenrechte und Arbeitsstandards verstoßen, forderte Hoffmann.

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